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Autor Thema: Schulsystem: Klassen abschaffen  (Gelesen 673 mal)
Jovycos
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« am: 18. Juli 2010, 20:35:11 »

Hallo, mal wieder etwas zum Schulsystem…
Union und FDP sind mangelnde soziale Mobilität  egal, ein ungerechtes Bildungssystem muss für konservative Befindlichkeiten fortgesetzt werden. Doch andere Parteien bringen Vorschläge, bei denen es fraglich ist, ob das nicht anderswo genau so viel Schaden anrichtet.

Zunächst einmal eins: Klassen sollen abgeschafft werden, ich sehe in einen auch keinen sozialen Nutzen, die heraufbeschworene Klassengemeinschaft ist eine Illusion, eine Klasse kann lediglich - nur zu oft bedenkliche Sozialstrukturen festigen, die Leute finden auch ohne Klassen Freunde, für die, die sich damit schwer tun, bieten sich vmtl. sogar mehr Chancen, wenn sie nicht diesen willkürlichen, starren Verbünden zugeteilt sind.

Zur Aufteilung: Fünfzügige Schulen sind keine Seltenheit, kleinere haben meist sowieso schon eine Partnerschule, ließe sich damit nicht etwas ein wenig differenzierteres entwerfen? Ein bisschen Geld kann man ja noch investieren, machen wir mal aus fünf Zügen sechs und somit aus 30er-Klassen 25er-Klassen. Diese Klassen wollen wir jetzt umstrukturieren. Jedes Fach hat 135 Minuten in der Woche, wir bleiben bei gängigen 33*45 = 1485 Wochenminuten als Richtwert. Einen der kalkulatorischen sechs Züge spalten wir für ζ-Unterricht eine ab (Name willkürlich, Erklärung folgt). Bleiben fünf Zweige, zur Zeit ist eine Klassenaufteilung üblich, mit Klassen, die alle das Gleiche machen. Stattdessen wollen wir jetzt Kurse für unterschiedlich starke Schüler ab. Fünf verschiedene erlauben schon eine ziemliche Bandbreite. In manchen Fächern könnte man die Anzahl reduzieren und dafür Wahlfächer anbieten. Bis zur 7. Klasse ist es wohl gut, wenn man erst einmal alle Fächer kennen lernt, danach sollte man jedoch mehr Wahlmöglichkeiten anbieten, d.h. z.B. nur drei verschiedene Erdkunde und Geschichtskurse, was die Kapazitäten nicht übersteigt, wenn die meisten nur eins von beiden und manche beides haben. Bei so vielen kalkulatorischen Schienen ist auch schonmal Platz für die ein oder anderen gleichwertigen Kurse, um das Wählen zu erleichtern. Einschränkung sollten ähnlich momentanen Oberstufensystemen sein, um zu sichern, dass die Schule allgemeinbildend bleibt. Nun ist es möglich, zwischen den Kursen unterschiedlichen Niveaus leicht zu wechseln, wenn man es hinbekommt, sie parallel zu platzieren, was in der Regel der Fall wäre. Man muss natürlich ein wenig abwägen zwischen dieser Parallelität und Wahlmöglichkeiten, doch in der Regel sollte das funktionieren. Zusätzlich sollte es möglich sein, in einzelnen Fächern zu überspringen, wer früher fertig ist, bekommt frei, er wird schon eine Beschäftigung finden, kann aber natürlich auch etwas neues wählen, und wenn er genügend Punkte hat, sollte es auch möglich sein, die Schulzeit dann komplett zu verkürzen und komplett zu überspringen oder von einem unwichtigen Fach das letzte Jahr wegzulassen, macht ja z.B. keinen Sinn nur noch für den Sportunterricht noch ein Jahr länger in der Schule zu bleiben. Stundenpläne sollten Stufenübergreifend abgestimmt werden, wenn es nicht anders geht, soll eine individuelle Förderung jedoch auch nicht daran scheitern, dass man irgendwo mal eine Stunde verpasst.
Damit macht man ein mehrgliedriges Schulsystem überflüssig, erreicht hohe Durchlässigkeit (bei Gleichschaltung gäbe es das nicht) und individuelle Förderung.

Nun zu ζ-Kursen: Nachmittags, komplett frei (um-)wählbar, mit einer gewissen Mindestzahl (z.B. 270 Minuten pro Woche).  Insbesondere Projektarbeit, Sachen wie kreatives Schreiben Philosophie oder Programmierung, natürlich gibt es vormittags noch die zugehörigen normalen Fächer.
Insbesondere dort sollte man auch vor jahrgangsstufenübergreifenden Kursen nicht zurückschrecken.

Ich denke, das ist finanziell und organisatorisch genau so gut machbar wie diese ganzen Gemenschafts-/Mittel-/Sonstwas-Schulideen, man ätte zwar etwas mehr Aufwand bei den Stundenplänen, aber große Dinge wie die verschiebung der Klassen oder Neuzusammenlegungen von Schulen, was gerade auch für viel Protest sorgt, wären nicht notwendig.

Meinungen erwünscht!

Grüße,
Jovycos
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« Antworten #1 am: 18. Juli 2010, 21:00:24 »

Hallo Jovycos,

ich finde deine Idee sehr gut! Ich denke ein paar Pflicht- bzw Wahlpflichtfächer sollte es schon geben: Englisch und Mathematik (Rechnen) sowie Deutsch, aber der Schwerpunkt im Fach Deutsch muss geändert werden! Darauf gehe ich später ein.
Wahlpflichtfächer: Man sollte aus bestimmten Bereichen Fächer haben, wie man die genau Aufteilt, wäre dann nochmal was anderes. Außerdem muss man ein gewisse Anzahl an Stunden Physik, Chemie, Geschichte, Geographie etc aufbringen. Außerdem glaube ich, dass ein Fach Politik, was seinem Namen gerecht wird Pflicht seine sollte. Allerdings sollte es Ziel des Faches sein, den Schülerinnen und Schülern die Tagespolitik näher zu bringen und den Aufbau des Staates zu erklären. Ich halte politische Bildung für etwas sehr wichtiges.

Zum Fach Deutsch: Schwerpunkt sollte die deutsche Sprache sein, damit meine ich etwas grundlegendes wie Grammatik, aber viel mehr ein Sprachgefühl, was viele Leute nicht mehr haben. Statt ständigen, eintönigen Analysen sollte kreatives Schreiben geübt werden. Und ganz wichtig Literatur gelesen werden, und zwar gemeinsam mit einer anschließenden Diskussion.

Zum Fach Englisch: Sprache kommt von Sprechen, nicht von ANALYSIEREN eines Textes. In sofern sollte die Englische Sprache im Englischunterricht vor allem gesprochen werden. Und das nicht nur 3 mal die Woche 45min (vllt andere Fächer auch auf Englisch?).

Naja erstmal so viel dazu.

Gruß,
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« Antworten #2 am: 18. Juli 2010, 21:59:11 »

Ich finde die Idee schon gut, dass man sich in Englisch wie in Deutsch der Literatur widmet, wenn jedoch in Deutsch Diskussionen schon regelmäßig unterdrückt werden, ist das Rumanalysieren in Englisch der Gipfel der Oberflächlichkeit…
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« Antworten #3 am: 24. Juli 2010, 20:30:57 »

Ihr beiden habt GENAU das Schulmodell beschrieben, wie ich es mir seit einigen Jahren erträume. Eigentlich ist es sogar das einzige, das in meinen Augen ökonomische Gesichtspunkte mit kindgerechter Bildung vereint - allerdings kommt mir immer wieder der Gedanke, dass an diesem augenscheinlich erfolgversprechenden System irgendein Haken dran sein müsse, sonst hätte man es doch schon längst eingeführt. Dass man aus reiner Bequemlichkeit an dem alten Mist festhält, mag ich einfach nicht glauben :/ !

Also, was für Nachteile könnte ein derartiges Schulsystem haben?

Mir fällt gerade nur Folgendes ein: Was hat diese Freiheit für Auswirkungen auf unsichere Kinder, die sich ihrer Stärken noch nicht bewusst genug sind, um sich für die richtigen Kurse zu entscheiden? Wenn diese Schüler keine qualifizierte Beratung seitens ihrer Lehrkräfte und Eltern bekommen und sich der Wechsel zwischen verschiedenen Kursniveaus als zu schwierig gestaltet, kann es sein, dass sie zu früh in eine festgelegte Laufbahn gedrängt werden, aus der sie nur schwer wieder rausfinden.
Ab welchem Alter sollte man also die Schüler wählen lassen? Keine ganz einfache Frage, da jedes Kind unterschiedlich schnell "mündig" wird. Für gute Beratung (+ Intelligenztests ?) und Begleitung beim Wechsel in höhere Unterrichtsniveaus müsste man wieder mehr und vor allem besser geschultes Personal bereitstellen als üblich, oder täusche ich mich da?
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« Antworten #4 am: 26. Juli 2010, 14:24:59 »

Kann es sein, dass ihr einfach von einer integrierten Gesamtschule mit Fächerwahl redet?

 
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« Antworten #5 am: 26. Juli 2010, 17:23:24 »

@Lukos
Wenn man sich die Gesamtschulen anschaut, ist das doch arg beschränkt. Fächer wirklich frei wählen geht erst in der Oberstufe, die sogenannten E-Kurse gibt es iirc nur in den Hauptfächern, eine weitere Differenzierung gibt es nicht, wobei die G-Kurse sich oft auf Hauptschul-Niveau bewegen. ζ-Kurse gibt es auch nicht, es wird zudem auf einen Klassenverband gesetzt, fächerweises Überspringen ist nicht möglich.
Dass du mehr Ähnlichkeiten als Unterschiede siehst, mag daran liegen, dass ich bei dieser Schulform in keinster Weise auf Lehrpläne eingegangen bin, die ein anderer Aspekt sind, der sich für ein besseres Schulsystem ändern ließe.

@Leuchtzwiebel
Diese unsicheren Kinder haben dort immerhin eine viel größere Chance, einmal einen anderen Kurs zu probieren, Fähigkeiten zu entdecken und motiviert zu werden. Und in der Regel merkt man schon, ob einer besser oder schlechter ist. Die Hemmung, einen offiziell besseren Kurs zu besuchen, dessen Türen auch für kurze Aufenthalte offen stehen, ist sicherlich wesentlich geringer, als sich mit dem Lehrer über die Niveaulosigkeit seines Unterrichts auseinanderzusetzen, insbesondere, wenn es sich etabliert, dass das jeder ab und an mal macht, ob von selbst oder auf Vorschlag des Lehrers hin.

Die Politik jedenfalls setzt lieber auf Zweifelhafte Modelle von absoluter Abtrennung oder Gleichschaltung. Daneben noch diesi Ganztags-Bestrebungen, anstatt, dass man den Schülern auch ihr eigenes Leben lässt, das kann ja auch sehr wertvoll sein.
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« Antworten #6 am: 26. Juli 2010, 17:45:57 »

Aus deinem Beitrag schließe ich, dass du den meinen nur unzureichend gelesen hast.
Ich sprach von der integrierten Gesamtschule.

Ich gebe auch noch meinen Kommentar zu der Sache ab, aber erstmal will ich sicherstellen, dass wir übers selbe reden: deine Ausführungen waren nämlich mehr als verwirrend.
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« Antworten #7 am: 26. Juli 2010, 18:12:39 »

Okay, ich wusste nicht, was das Wort genau heißt.
Kannst du mir jetzt erklären, was falsch ist an dem, was ich im letzten Beitrag gesagt habe?
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« Antworten #8 am: 26. Juli 2010, 20:52:06 »

naja das einzige was jetzt in Jovycos Beitrag von der integrierten Gesamtschule abweicht, ist wohl das Wort "Klassenverband".

Aber wir wollen -- meiner Meinung nach -- nicht auf eine integrierte Gesamtschule mit Differenzierung hinaus. Es ist mehr eine Gemeinschaftsschule, nach den Vorstellungen unsere neuen Landesregierung (NRW), mit Differenzierung.
@Leuchtzwiebel Ich denke, dass im wesentlichen nur "die besorgten Eltern" und ein falscher Konservativismus das Problem sind. Das sind auch die Leute, die so über das G8 aufregen. Vor allem behaupten die, dass die Kinder so viel tun müssten...

Also eine grundsätzliche Reform der Schulstruktur ist einfach schwierig gegen die Konservativen dauerhaft durchzusetzen. Wahrscheinlich wäre da ein entscheidender Vorteil, wenn Bildungspolitik Bundespolitik wäre.
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« Antworten #9 am: 29. Juli 2010, 00:37:19 »

Eigentlich müsste man alle Fächer zur freien Wahl (inkl. Nichtteilnahmemöglichkeit) anlegen mE, bis auf Deutsch, Engl. evtll und Teile von Mathe. Ansonsten sollten nur Aufklärungs- und Drogenprogramme verpflichend sein und es müssten Verhütungsmittel an Schulen nachhaltiger verteilt werden.

Ich glaube, die Grundsatzfrage dabei ist, wie viel Autonomie dem heranreifenden Individuum beim Zusammenstellen seiner Bildungspläne zugestanden werden sollte bzw., welche Auswirkungen jeweils eine Tendenz in die eine oder andere Richtung hätte.

Ich denke, die Auswirkungen einer geringen Wahlfreiheit (i.G. kann man ja nur Reli und sowas ab der 5. meistens entscheiden, was man wählt, also kath. oder evang. oder Ethik undso) kann man heute schon betrachten, wobei die unterschiedlichen Schulsysteme und Schularten einer einheitlichen Betrachtungsweise nicht grad zugute kommen.

Grob würde ich die Auswirkungen aber wie folgt charakterisieren:
1. Das Erlebnis der Bescheidung von Autonomie ist bewusst eher selten vorhanden. Andere bewuste Folgen sind aber bei so ziemlich allen Kindern vorhanden, nämlich Lernunlust und Desinteresse am Fach/Thema. Das kann sich ja bis zum Hass auf ein Thema oder zum Hass auf Wissen allgemein ausdehnen. Resultat ist also, dass Wissen nicht als persönlicher Bereich, sondern als Bereich für die Arbeitswelt/Abschluss etc. aufgefasst und verinnerlicht wird. Bei vielen Menschen ist das bis Lebensende so. Ich will das jetzt nicht allein darauf zurückführen, dass die Schüler sich nicht freiwillig entscheiden konnten, ob sie dem Unterricht beiwohnten. Da spielt auch eine Reihe anderer Faktoren eine Rolle, vermutlich die Unterrichtsstruktur (Monologe vom Lehrer undso). Aber trotzdem glaube ich, dass wenn die Schülersich selbst entscheiden könnten, ob sie einem Fach beiwohnen, dass sie sich dann auch zwangsläufig tiefergehend und persölicher mit dem Fach auseinandersetzen würden, da es ja ihrem Willen entspricht dem Unterricht beizuwohnen und sie das ansomnsten auch sein lassen können. Wenn dann also der Gedanke auftaucht, warum sitz ich hier? Dann folgt ein Nachdenken über den Sinn des Fachs, wodurch dS Kind sich entscheidet, ob das Fach für es persönlich Sinn ergibt.

2. Dadurch, dass das Wissen einem Lehrplan folgt oder zumindest vom Lehrer von außen vorgegeben wird, ist s durch den Schüler unbeeinflussbar und gewissermßen institutionalisierter Teil seiner Umwelt, also mehr so Umweltgeschehen, nichts eigenes. Aus meiner Sicht resultiert daraus eine Distanz zum Wissen. Das Wissen ist also mehr für die Abschlüsse da und dann für den Beruf indirekt, weil die Logik dem System folgt: Nur mit gutem Abschluss => guter Beruf. Dementsprechend bereiter diese Wissensaufnahme auf die Arbeitswelt voe oder zielt auf die Erlangung eines Status in der Arbeitswelt, den man sich nach eigenen Ansprrüchen dann zurechtstecken kann. Ich will das jetzt nicht verurteilen, weil Wissen ja zum Umgang mit der Umwelt dienen sollte und der Spaß dabei oder die Entwicklung von künstlierischer Persönlichkeit undsoweiter zu wenig rational wären, um vom Staat als Zuiel verfolgt zu werden. Wenn man aber diese Argumentatiobn weitergeht, muss msn feststellen, dass ein Großteil des in der Schule gelehrten Wissens nicht auf die Umwelt vorbereitet, sondern bloß für den SAbschluss da ist oder weil ein allgemeiner Bildungsstandard erwünscht ist (der aber beträchtlich variiert von Haupt-zu Realschule zu Gymnasium, somit nicht wirklich einheitlich ist und somit, da bei Hauptschülern auf einiges verzichtet werden kann, wohl auch nicht allgemein notwendig ist, da Hauptschüler ja auch im Leben zurechtkommen ohne dieses Wissen). Das Wissen ist also mehr so wirklich nur für den Abschluss und da die eigentlichen Abschlüsse, die dann für einen Beruf qualifizieren, sppäter erfolgen (am Ende des Stdudiums oder der Ausbildung) spriht mE nichts dagenen, Schulabschlüsse generell abzuschaffen.

Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass es wirklich mangelndens Allgemeinwissen ist, dass zur sozialen Spaltung unseres Landes und zu verstärkter Jugendkriminalität führt. Somit kann ich keinen Nutzen für derart breites Wissen in unzähligen Fächern über unzählige Jahre erkennen, häufig auch noch Halbwissen.

Somit würde ich ehrlich gesagt bis auf die Einschränkunge n von oben das Schulsystem wirklich gänzlich uf freiwillige Basis stelen. Schulen wie Gymnssien dürfte es da mE nicht mehr geben, weil Gymnasien nur zur Elitenbildung tugen und wir niemals so viel Elite brauchen, wie Leute auf Gymnasien sind, somit ist es bloß ein Abgrenzungsfaktor (also das Gymnasium, sorry die Ausdrucksweise ist spät). Abgrenzung brauchen wir nicht, vielmehr würden flächendeckende Gesamtschulen zu einer esseren Integration beitragen. Innerhalb der Gesamtschulen könnte man dann die einztelnen Fächer in drei Niveaus (wobei ich nicht sicher bin, ob die Zahl wirklich Sinn ergibt, evtll bräuchte man auch nzr zwei) aufteilen, zwischen denen die Schüler dann je nach Wunsch in diesem Fach wählen können. Aber eben nur, um mehr in einem Fach zu erfahtren, nicht, um eine höhere Qualifikation zu erhalten.

Aus der Abschaffung aller Schulabschlüsse würde gemäß dem Gleichheitsgrundasatz folgen, dass Hochschulzufgänge nicht mehr beschränkztt sein dürften. Außerdem müsste man jeederzeit studieren etc. dürfen, alo auch mit 10 oder 14 oder 26, eben dann, wenn man es will. Parralel dazu müsste man auch die Schule besuchen können dürfen.

Um einer Dominierung der Schüler im Schulalltag durch Lehrpersonal oder umgekehrt entgegenzuwirken, müsste man evtll auf einen breiteren Kontakt zwischen Schülern (und nicht bloß Schülervertretern, die sind ganz leicht kleinzukriegen von Lehrerseite, weil Einzelpersonen) und Lehrern setzen. Basisdremokratie, Mitbestimmungsrechte der Schüler, keine Zensur von Schülerzeitungen, keine Möglichkeit eines Schulverweises sind da so Dinge, an die ich denke.

Das sind so meine Vorstellungen zu dem Thema hier
« Letzte Änderung: 29. Juli 2010, 00:52:00 von Timo » Gespeichert

Am Tag zuvor war der Präsident sehr aufgeregt gewesen. Es hatte sich herumgesprochen, man wolle... (Satz auf der ersten Seite von Diktatorenromanen)

Erst wenn der letzte Baum gefällt... wird man sehen, was dahinter ist.

Ansonsten gehören für mich sämtliche Unwörter, die Sexualität in den Dreck ziehen und gern von gestörten (spät-)Pubertierenden benutzt werden, in die Tonne. - Leuchtzwiebel

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« Antworten #10 am: 1. August 2010, 12:42:30 »

Gute Idee! Wenn wir hier fertig sind, legen wir das im Bildungsministerium vor...

Die Frage, ab welchem Alter man die Kinder wählen lässt und somit den Klassenverband auflöst, ist durchaus berechtigt. Allzu früh würde ich es aus folgenden Gründen nicht machen: Erstens können "junge" Kinder Entscheidungen noch nicht gut treffen, bräuchten also jemanden, der sie betreut, und leider ist hier nicht bei jedem Kind die Unterstützung der Eltern garantiert. Außerdem entfaltet sich die Persönlichkeit der Kinder ja noch, und damit auch individuelle Interessen und Fähigkeiten. Sich hier schon festzulegen, wäre schwierig. Das wäre natürlich kein Problem, wenn man beliebig und völlig flexibel um- und neuwählen könnte, allerdings besteht hier die Gefahr, dass ein Schüler am Ende seiner Schullaufbahn mal hier mal da ein, zwei Jahre etwas gemacht hat und von nichts richtig Ahnung hat.
Zweitens zum Klassenverband: Ich stimme hundertprozentig zu, dass dieser Mobbing und ein festfahren in bestimmten Mustern und Strukturen fördert. Bei jüngeren Kindern, also so im Grundschulalter, ist er allerdings unabdingbar: Die Kinder brauchen einen festen Ablauf. Das erfährt meine Mutter als Grundschullehrerin immer wieder: Vertretungsstunden, so berichtet sie, seien für (Grundschul-)Kinder immer eine sehr besondere Situation und man könne nicht richtig arbeiten. Auch der feste Ablauf am Morgen (gemeinsamer Beginn, Stundenplan, Frühstücksüpause) ist sehr wichtig, genauso, wie es für die meisten Kinder wohl besser ist, die meiste Zeit den gleichen Lehrer/ die gleiche Lehrerin zu haben, weil diese/r während der Grundschulzeit noch eine viel stärkere Bezugsperson darstellt (auf weiterführenden Schulen würde niemand mehr seine Lehrer duzen oder sie zur Begrüßung umarmen Wink).
Irgendwann ist allerdings ein Alter (welches?) erreicht, wo das flexible System, das Jovycos beschreibt, die Schüler viel individueller fördern kann.

Ein (Wahlpflicht-)Fach, dass ich wichtig fände: In der Schule wird man auf so vieles im Berufsleben vorbereitet, es gibt Pflichtpraktika, Berufskunde und -beratung. Nur wie man Stress abbaut, wird nicht gelehrt. Das könnte in Form von autogenem Training, Kampfsport etc. unterstützt werden.

Ein Grund, warum das System vielleicht nicht funktionieren könnte: Dadurch, dass man so unterschiedliche Fächer hat, das ein oder andere früher beenden und sich zwischendurch ein anderes aussuchen kann, geht vielleicht die Fähigkeit es Abiturs als Vergleichsmittel verloren. Lässt sich das mit dem Arbeitsmarkt vereinbaren?

Gruß,
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« Antworten #11 am: 1. August 2010, 13:54:10 »

Union und FDP sind mangelnde soziale Mobilität  egal,
Könntest du mir bitte mal auseinandersetzen, wo der inhaltliche Unterschied in der real existierenden Politik (und nicht irgendwelchen Bierzeltreden) zwischen schwarz-, gelb-, rot- und grünlackierten Sozialdemokraten zu suchen ist, ich scheine da inzwischen zu doof dafür zu sein.

Zitat
ein ungerechtes Bildungssystem muss für konservative Befindlichkeiten fortgesetzt werden.
Schon eine Sauerei, dass es in dieser Gesellschaft Gruppen gibt, die nach Jahrzehnten wilder ideologisch motivierte Pädagogik- und Schulexperimente, deren Ergebnis ein ständig sinkendes Niveau war, sich schlicht und ergreifend nach Konstanz und Verlässlichkeit sehnen, und keine weiteren Verschlimmbesserungen mehr wollen. Meine Oma hat nur Hauptschule, kann aber besser Bruch- und Prozentrechnen als ca 80% der Abiturienten. Warum sind die Länder mit vielen konservativen Befindlichkeiten deutlich messbar besser, als die "fortschrittlichen" Länder? Warum machen in Bayern und BaWü deutlich mehr Migrantenkinder Abitur als in Bremen oder im Saarland? Oder gehts nur um Ideologie und Fakten stören nur? Dann sags bitte, an unsinnigen Träumereien werde ich mich nicht beteiligen, dazu ist mir meine Zeit zu kostbar.

Was den Rest angeht so will ich mich dazu nicht äußern. Wir brauchen mehr Vielfalt statt Einfalt im Bildungssystem. Wenn du es schaffst Interessenten für deine präferierte Schulform auf freiwilliger Basis zu finden, nur zu. Aber bitte versuche nicht andre Leute zu zwingen eine Schule nach DEINEN individuellen Vorstellungen zu besuchen!
Für Menschen mit verschiedenen Begabungen braucht man verschieden Schulen, so wie Menschen mit unterschiedlichen Füßen verschiedene Schuhe benötigen. Abgesehen von der Passform sollte die Auswahl auch groß genug sein, um den persönlichen Geschmack ausleben zu können. Aber bitte keine per zentralstaatlicher Zwangsverordnung produzierten Einheitsschuhe in Größe 38 mehr. Die passen mir nämlich nicht, sondern drücken ziemlich.



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« Antworten #12 am: 1. August 2010, 14:25:11 »

@provinzler traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
Das die Bundesländer BaWü und Bayern diese scheinbar tollen Ergebnisse erzielen, liegt im wesentlichen an festen Quoten: Es dürfen nur so und so viele eines Jahrgangs zum Abitur zugelassen werden.
Solche Probleme hätten sich aber erledigt, wenn man das ganze auf Bundesebene organisieren würde!

@Zebra ist das nicht genau die Stärke des Ganzen? Der Arbeitgeber kann doch viel differenzierter aussuchen.
Und ich denke nur an das, was mein Vater von den Medizinstudenten erzählt. Dümmere Leute kann man sich fast nicht vorstellen, trotz eines unwahrscheinlich guten Abiturs.
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« Antworten #13 am: 1. August 2010, 14:25:28 »

Doch, ich würde Leute zwingen, eine Schule nach meinen Vorstellungen zu besuchen, weil sie sich auf dieser Schule ihre Wunschschule zusammenbasteln könen.
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« Antworten #14 am: 1. August 2010, 14:27:47 »

@zebra Naja, ich denke, der Arbeitsmarkt kann sich geeignete Bewerber auch ohne Abschlüsse aussuchen. Individuell geförderte Schüler sind schließlich flexibel.
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