Hochbegabung und Intelligenz > Schule, Studium und dann?

Hochbgabtenschulen

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EmperorsSword:
Ich glaube das Thema ist hier und da schonmal angerißen worden.

Was haltet ihr den so im allgemeinen von Hochbegabtenschulen?

Quasselina:
Hallo EmperorsSword,

Ich persönlich habe da eine sehr geteilte Meinung zu. Es gibt ja auch solche und solche Hochbegabtenschulen. Es gibt ja Hochbegabtenschulen, die zum Beispiel die Form eines Internats haben und die HBs somit eigentlich komplett von der "normalen" Welt isolieren und zu einer Elite formen wollen. Ich muss zugeben, dass ich das für schwierig halte. Aber man kann das auch nicht einfach über einen Kamm scheren, denn es gibt sicherlich HBs, die das brauchen, weil sie woanders nicht klarkommen. Ich glaube auch, dass die Bildung dort tatsächlich ein hohes Niveau hat und es würde mir mit Sicherheit Spaß machen, so eine Schule zu besuchen. Aber ich finde es immer ein bisschen schwierig, die hochbegabten Jugendlichen komplett zu isolieren.
Ich gehe ja jetzt selbst auf eine Schule für Hochbegabte, allerdings nicht in Form eines Internats und auch mit normalen Klassen. Das bedeutet, es gibt pro Jahrgang drei normale Klassen und eine HB- Klasse. Dieses Konzept gefällt mir sehr, denn so hat man auch Kontakte in den anderen Klassen, aber es kommt trotzdem (meistens) keine Langeweile auf. Ich komme ja jetzt in die Oberstufe, dann ist es bei uns so, dass die Klassen aufgelöst werden und ich sowieso die meisten Fächern mit den Schülern aus dem normalen Regelklassen gemischt zusammen habe. Ich bin aber weiterhin im Hochbegabtenzweig und werde dadurch zusammen mit den anderen HBs gesondert gefördert, durch Intensivkurse, ein Frühstudium, andere Enrichment-Angebote usw... dadurch ist es aber so, dass man auch in Kontakt mit den anderen Leuten kommt, gleichzeitig aber auch auf einem hohen Niveau entsprechend der Begabung gefördert wird. Dieses Konzept finde ich wirklich gut, da komme ich auch gut zurecht. Ich weiß aber nicht ob ich das überall gibt, hier in Rheinland-Pfalz gibt es drei (oder vier mittlerweile?) solche Schulen, ich habe Glück gehabt, auf eine solche gehen zu können.


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Jennifer:
Guten Tag,
Auch meine Meinung ist relativ geteilt zu diesem Thema...
Einerseits ist es zumindest so, dass es in meinem Umfeld (NRW) nicht sonderlich viel Angebote für die Förderung "begabterer" Jugendliche gibt. Zumindest an meiner Schule definiert die Schulleitung mit "Hochbegabt" Kinder, die einen 1,0-Schnitt schaffen und die sogenannte "Begabtenförderung" existiert nur, damit sich die Schule damit profilieren kann ;). (Klingt zwar hart, aber wenn ihr meine Schule besuchen würdet, würdet ihr es verstehen O:-)). Man hat kaum bis gar keine Möglichkeit sich zu entfalten und gefördert zu werden oder gar Kontakte zu Gleichgesinnten herzustellen. Hochbegabtenklassen, wie du sie hast (Quasselina), gibt es nicht (oder zumindest nicht in meinem Umkreis ;))
In einer Hochbegabtenschule wäre man zwar von Gleichgesinnten umgeben und würde vermutlich auch seinen Stärken entsprechend gefördert werden, jedoch habe auch ich schon viele Gerüchte über Hochbegabtenschulen/internate gehört.
Hauptsächlich bestanden sie daraus, dass die Schüler zu Höchstleistern geformt werden sollen, zu kleinen "Mini-Einsteins". Mal abgesehen davon, dass meiner Meinung nach auch Kontakte zu "normalen" (hört sich jetzt ein bisschen komisch an, weiß aber nicht wie ich es anders ausdrücken soll :)) Menschen wichtig sind....
Vielleicht wäre es gut, wenn mal jemand, der auf einer Hochbegabtenschule war, über seine Erfahrungen berichten würde (ich weiß, so etwas gibt es hier zwar schon, aber ich würde gerne noch mehr Meinungen hören und aktiv auch "meine" Fragen stellen können :), weil der Artikel vor "meiner Zeit" war :)).
Aber ansonsten habe ich schon häufiger mit dem Gedanken gespielt, auf eine Hochbegabtenschule zu wechseln, aber da die meisten Internate sind und ich sehr unter Heimweh leide, traue ich mich nicht ;)
Wie ist denn deine Meinung, EmperorsSword?

Mit freundlichen Grüßen,
Jennifer

Leuchtzwiebel:
Moin moin,

hier mal ein kurzer Erfahrungsbericht:
Ich war selbst auf zwei HB-Schulen: Eine war ein reines HB-Internat, eine andere hatte einen Förderzweig von der 9. bis 11. Klasse.

In beiden Fällen hatte ich nie das Gefühl, isoliert oder zu Höchstleistungen getrimmt zu werden. Im Gegenteil war ich endlich mal Teil einer Gruppe und konnte meinen Interessen nachgehen. Der Unterricht war freier gestaltet und gab einem Raum, den Stoff zu vertiefen, wenn man wollte - z.B. gab es Projekttage alle zwei Wochen am Donnerstag/Freitag, in denen man sich die Themen z.T. selbst erarbeitet hat; man konnte früh eine dritte Fremdsprache wählen, es gab ein vielfältiges Angebot an AG's.
Der Wechsel in den Förderzweig war eine Befreiung für mich - nicht nur fachlich, sondern auch sozial. Ein paar unfreundliche Charaktere gab's immer noch, aber insgesamt waren meine Mitschüler wesentlich toleranter. Blöde Kommentare über Frisur, Kleidung, oder meine komischen Interessen hab ich da jedenfalls nicht mehr gehört.
Eigentlich kann man HB nicht unbedingt mit Freundlichkeit und Toleranz gleichsetzen, aber uneigentlich hab ich den Unterschied zwischen "normalen" und den HB-Klassen jedes Mal deutlich gemerkt. ;)

Jennifer:
Hallo Leuchtzwiebel :)

Schön mal eine positive Rückmeldung zum Thema Hochbegabtenschulen zu hören!
Ich hoffe dich stört es nicht, wenn ich die ein oder andere Frage dazu habe  O:-)....
Wieso warst du denn einmal im Internat und einmal im Förderzweig und was hat dir besser gefallen?
Vermisst man auf einem Internat sehr sein Zuhause (ich weiß, hier kannst du nur von dir sprechen) und wie oft hatte man bei deinem Internat die Möglichkeit zu seiner Familie zu fahren? Sind die Internatskosten sehr hoch gewesen und kann man finanzielle Unterstützung durch bspw. Stipendien "beanspruchen" ? Und zu guter Letzt: War der Wechsel in die 'normale" Welt schlimm :)

Hoffe meine vielen Fragen stören dich nicht ;)...Bin einfach nur total neugierig !

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