Autor Thema: Ein Gebiet nur für HB?  (Gelesen 107 mal)

Offline Stern

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Ein Gebiet nur für HB?
« am: 12. Juni 2018, 22:22:18 »
Wie wäre das denn, wenn man nur unter Seinesgleichen wohnen würde? Beispielsweise in einem Wohngebiet in einer Stadt oder als Hausgemeinschaft (jeder hat seine eigene Wohnung). Ganz unrealistisch gesehen könnte man sogar ein eigenständiges Dorf, oder, wenn man viele Leute zusammen bekommt, sogar eine eigene Stadt aufmachen. Sicherlich würde sich eine Institution finden lassen, die bereit wäre, so ein Gebiet zu eröffnen.
Meines Erachtens wäre dies durchaus vorteilhaft für HB. Ich schreib hier jetzt mal nicht die Vor- und Nachteile hin, sondern lass euch den Vorrang, also, wie seht ihr das?
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Offline Leuchtzwiebel

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Antw:Ein Gebiet nur für HB?
« Antwort #1 am: 15. Juni 2018, 02:56:22 »
Hmm, das ist eine interessante Frage. Ich kann sie gerade nur auf persönlicher Ebene beantworten - ob ich mich selbst in so einer Gemeinschaft wohl fühlen würde. Dabei ist mir Folgendes wichtig:

- Mitmenschen sind offen, tolerant und flexibel,
- sie verhalten sich freundlich und rücksichtsvoll gegenüber Anderen,
- Denkweise/Humor sind ähnlich; ich kann mit den Personen stundenlange und tiefe Gespräche führen.

In meinem Umfeld herrschte in den Schulklassen für HB und im akademischen Umfeld ein sehr unkompliziertes, respektvolles Miteinander.  Allerdings gab es auch da ziemlich unsympathische Charaktere, und umgekehrt habe ich schon viele Menschen getroffen, die wahrscheinlich nicht hb waren - zumindest nicht im Sinne der klassischen Definition, d.h. keinen IQ über 130 erzielen würden - mit denen ich gut zurecht kam.

Ich kann also nicht klar beantworten, ob HB die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ich mich mit jemandem gut verstehe oder nicht.
Daher würde ich nicht starr nach einem Kriterium vorselektieren, sondern nach Bauchgefühl entscheiden. Auch Wohnviertel setzen sich schon von allein nach Sympathie zusammen - dem Gefühl, da hineinzupassen (zumindest im Idealfall, wenn die finanziellen/familiären/... Rahmenbedingungen es zulassen.

Außerdem finde ich es wichtig, sich in einem vielseitigen Umfeld zu bewegen, um den eigenen Horizont zu erweitern und Toleranz zu entwickeln - dazu gehören für mich auch verschiedene "Intelligenzniveaus". Dabei muss aber sichergestellt sein, dass man Kontakt zu Gleichgelagerten aufbauen kann, zum Beispiel über entsprechende Gruppen vor Ort.

Insgesamt finde ich den Gedanken eines Kubus-Dorfs sehr reizvoll, da ich sehr viele schöne Erfahrungen mit HB-Gruppen hatte, aber die Festlegung auf eine bestimmte Eigenschaft widerstrebt mir etwas.
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
- Bertold Brecht

Offline Tobikubus

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Antw:Ein Gebiet nur für HB?
« Antwort #2 am: 15. Juni 2018, 03:07:57 »
Hey Stern,

Wie du schon erwähnt hast ist das ganze sehr unrealistisch, eine Utopie oder meiner Meinung nach eher eine Dystopie. Eine interessante Idee, sozialgesellschaftlich wäre das aber meines Erachtens  eine reine Katastrophe. Abgesehen davon das sich unsere Gesellschaft in den letzten Jahren wieder extrem (im wahrsten Sinne des Wortes) spaltet, denke ich sogar das wir in unsere derzeitigen Verteilung gebraucht werden. Und das nicht von einem zentralisiertem Standpunkt aus, sonder eher verteilt. Außerdem befürchte ich, da die soziale Intelligenz nicht bei jedem HB gegeben ist, dass sich unsere "Klassengesellschaft" weiter ausprägen wird (übertriebenes Beispiel: Bauern & Adelige im Mittelalter -> Herabschauend, Abwertend, Gegenseitiger Hass [vor allem bei neueren Generationen]). Ich denke in unserem derzeitigen "sozialen Brennpunkt", in dem wir uns im Moment befinden, wäre das keine Gute Idee. Auch wenn es für den ein oder anderen HB vielleicht manchmal unangenehm ist sich unters "normale Volk" zu mischen (ich drücke mich nicht gerne so aus), brauchen wir doch auch ab und zu mal Abwechslung. Ich meine wir sind doch in der Lage mit unserer Begabung den Menschen weiterzuhelfen, den es schwerer fällt bestimmte Dinge zu bewältigen, zu verstehen, aus einer anderen Perspektive zu sehen.

Ich werde diesen Beitrag später vill. noch weiter ausführen.

VG Tobi
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Offline Stern

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Antw:Ein Gebiet nur für HB?
« Antwort #3 am: 17. Juni 2018, 16:28:51 »
Die Idee dahinter betrifft ja lediglich die heimische Atmosphäre und nicht das gesamte Leben. Die meisten Menschen sind sowieso mehr als 8 Stunden außer Haus auf Grund ihres Berufes, etc., von daher könnte man meiner Meinung nach nicht alle Dinge des Lebens betreffend von "Abspaltung" reden. Abspaltung wäre ja dann eher in dem Sinne, alle HB wohnen in einem Viertel, gehen dort zur Arbeit und verständigen sich nur noch mit anderen HB. Das gleicht meines Empfindens einer abgesperrten Zone, beispielsweise einem Gefängnis. Da habt ihr eindeutig recht, das wäre nicht Sinn der Sache.
Jedenfalls gäbe es in solch einem Viertel (vermute ich mal) wenige bis eventuell sogar keine Missverständnisse auf Grund von Fehlinterpretationen des Verhaltens. Als Beispiel hierfür ziehe ich Smalltalk heran, schätzungsweise haben viele HB Probleme damit. Andere, die die Probleme nicht nachvollziehen können, würden dies dann als Frechheit oder gar Arroganz betiteln, wenn derjenige kaum darauf eingehen würde. Da käme man wieder zu dem Punkt des Anpassens.... Anpassen raubt ja, wie wir wissen, einem Menschen viele Kräfte. Wenn man dann also in einem Beruf arbeitet, in dem es keinen einzigen HB gäbe, man sich also zwangsläufig anpassen muss, und sich dann auf den Feierabend freut, jedoch sich da auch wieder anpassen muss, wenn man nach Hause kommt, da sich dort auch weit und breit kein Gleichgesinnter befindet, wäre dies doch irgendwie bedrückend, oder nicht? Freut man sich dann überhaupt noch auf sein Zuhause?
Vielleicht wäre es ja auch praktischer, wenn man alles in einem integriert. Also, dass sich wirklich mehrere HB an einem Fleck befinden, gleichzeitig aber auch mehrere NB. Sodass es eben für jeden nicht allzu dramatisch ist, da man in der Gewissheit lebt, es gibt auf der anderen Straßenseite beispielsweise noch eine andere Person, die mir gleichgesinnt ist.
Wie du sagtest, Leuchtzwiebel, ist die Sympathie entscheidend. Doch, wie weiß man das im Voraus, wenn man irgendwo hinzieht? Es wäre dann also sinnvoller, das Viertel so entstehen zu lassen, dass zB in dem einen nur Familien leben, in dem anderen die Menschen, die den ganzen Tag arbeiten, etc. Aber andererseits müsste man dann ja oft umziehen, wenn man beispielsweise arbeitslos ist oder Kinder bekommt. Ich denke mal, das würden einige nicht mitmachen wollen, somit läuft es zwangsläufig wieder auf das Selbe wie jetzt heraus. An sich finde ich die Idee aber echt nicht schlecht!
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